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Research

Megatrends

Analyse der wichtigsten Megatrends und deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Finanzmärkte. Zyklus: regelmäßig und anlassbezogen.

Passivierung

Passivierung und ESG: Zwei Megatrends wachsen zusammen (Teil 2)

  • Empirische Studien zeigen einen positiven Zusammenhang zwischen der Erfüllung oher ESG-Standards und dem finanziellen Erfolg von Unternehmen.
  • Für Investoren ist es dennoch schwierig, hieraus Überrenditen zu generieren. Dabei gibt es regionale Unterschiede.
  • In den Emerging Markets zeigt sich eine klare Outperformance von ESG-Aktienindizes. In den USA ist dies nicht der Fall.
  • Für ein globales Aktienportfolio ist eine Verbesserung des ESG-Exposures bei etwas günstigerem Rendite-Risiko-Profil darstellbar.
  • Wichtigster Renditetreiber von ESG-Investments ist das Governance-Kriterium.
  • Das ESG-Momentum hat größere Renditeeffekte als das ESG-Rating selbst.

Im ersten Teil unserer Studie zu Passivierung und ESG betrachteten wir Markttrends und -strukturen sowie Instrumente im Bereich passiver ESG-Kapitalanlagen. In diesem zweiten Teil der Studie beleuchten wir nun die Erfolgspotenziale des ESG-Ansatzes für Unternehmen und Kapitalanleger sowie die Rendite-Risiko-Eigenschaften von ESG-Aktienindizes.

Die Theorie: ESG-Standards mit Vorteilen und Nachteilen

Inwieweit die Erfüllung hoher Standards bei ESG-Kriterien unter dem Strich positive oder negative finanzielle Effekte für Unternehmen und Kapitalanleger hat, ist zunächst offen. So ist die Unternehmensausrichtung nach ESG-Standards einerseits häufig mit Kosten verbunden. Als Beispiele können...

Lesen Sie hier weiter Passivierung und ESG: Zwei Megatrends wachsen zusammen (Teil 2, 14.6.2019)

Passivierung und ESG: Zwei Megatrends wachsen zusammen (Teil 1)

  • Passive Kapitalanlagen und nachhaltiges Investieren (ESG) sind auf dem Vormarsch. Diese Trends greifen durch die Verfügbarkeit von ESG-ETFs zunehmend ineinander.
  • Innerhalb der ESG-Investments ist der Passivierungstrend noch unterdurchschnittlich fortgeschritten. Auch daraus ergibt sich hohes Wachstumspotenzial.
  • Ein neuer Trend mit hohem Wachstum ist die Verknüpfung von ESG und Smart Beta. Dies kann für Investoren Mehrwert generieren.

Der Wachstumstrend bei passiven Investments ist weiterhin intakt. Bei Aktienfonds-Assets liegt der Anteil passiver Produkte bereits bei 33% in Europa und bei 45% in den USA. Der Passivierungstrend verbindet sich dabei zunehmend mit dem Trend zu nachhaltigen Kapitalanlagen (ESG: Environmental (Umwelt), Social (Soziales/Gesellschaft) und Governance (gute Unternehmensführung)). In diesem ersten Teil unserer Studie beleuchten wir Markttrends und Strukturen sowie Instrumente im Bereich passiver ESG-Anlagen. ETF mit ESG-Ansatz drängen vor allem seit 2016 stark in den Fondsmarkt. Deren globales Anlagevolumen stieg von 5,9 Mrd. Dollar Ende 2015 auf 22,5 Mrd. Dollar Ende 2018. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 56%. Das gesamte passive Anlagevermögen (Indexfonds und ETF) von ESG liegt bei gut 100 Mrd. Dollar. Passive ESG-Anlagen machen dabei nur 12% der gesamten ESG-Fondsanlagen aus, während passive Fonds (inkl. ETF) insgesamt einen Anteil von 24% am gesamten Fondsmarkt aufweisen. Es besteht also noch viel Raum für die Umschichtung von aktiv verwalteten ESG-Assets in passive Anlageprodukte. Das hohe Wachstum von ESG-ETF dürfte sich in den nächsten Jahren daher sowohl getrieben vom ESG-Trend als auch getrieben vom Passivierungstrend fortsetzen.

Lesen Sie hier weiter Passivierung und ESG: Zwei Megatrends wachsen zusammen (Teil 1, 6.2.2019)

Empirische Studien belegen positive Einflüsse hoher ESG-Standards auf den finanziellen Unternehmenserfolg. Für Investoren sind die Effekte unklarer. Es gibt deutliche regionale Unterschiede.

Megatrend Demografischer Wandel - Deutsches Sozialsystem vor Zerreißprobe

  • Der demografische Wandel ist da!
  • Die Überalterung der Gesellschaft stellt bereits heute eine enorme Herausforderung für das Sozialsystem dar.
  • Auch eine hohe Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte kann diesen fundamentalen Wandel nicht mehr stoppen.
  • Insbesondere die Ausgaben für die Renten- und Pflegeversicherung sowie Pensionsverpflichtungen erreichen ungeahnte Höhen.
  • Daher muss mit weiter steigenden Sozialabgaben - Deutschland liegt bereits auf Platz 2 weltweit - und einem weiteren Absenken des Rentenniveaus gerechnet werden.

Der demografische Wandel ist da, daher führt an der öffentlichen Diskussion über die Anhebung des Renteneintrittsalters, das weitere Absenken des Rentenniveaus und der Reduzierung der Pensionsansprüche kein Weg mehr vorbei. Gleiches gilt für die Einführung eines Einwanderungsgesetzes, welches verstärkt qualifizierte Fachkräfte aus dem EU-Ausland und den Nicht-EU-Ländern anlocken soll. Allerdings ist der Erfolg dieser Maßnahmen ungewiss, da die Attraktivität Deutschlands als Zuwanderungsland für internationale Fachkräfte weiter abnimmt. Deutschland befindet sich damit in einem demografischen Dilemma, welches das Sozialsystem vor eine ungekannte Zerreißprobe stellen wird.

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Megatrend Niedrigzins und Verschuldung

Was, wenn die nächste Rezession kommt

  • Das Risiko einer Rezession ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
  • Auf den ersten Blick haben Geld- und Fiskalpolitik kaum noch Reaktionsspielraum.
  • Wir zeigen, wo tatsächlich noch Optionen liegen. Diese sind regional sehr unterschiedlich. Und auch die Wirkung variiert stark.
  • Zinssenkungen und QE-Programme sind die erste Wahl. In vielen Regionen müsste aber vor allem die Fiskalpolitik die Kohlen aus dem Feuer holen.
  • Anders als bisher dürften vor allem in Europa nationale Lösungen nicht ausreichen. Ein koordiniertes Lockerungsprogramm scheint alternativlos und bietet Chancen.
  • Bisher als Ideenexperimente bezeichnete Konzepte könnten ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Vom Schuldenschnitt durch Notenbanken bis zum Helikopter-Geld.
  • Die letzte Krise hat gezeigt, dass gedankliche Barrieren schnell fallen können.

Die Weltwirtschaft hat sich von der durch die Finanzkrise 2007 ausgelösten Rezession deutlich erholt. Viele Regionen haben sich über mehrere Jahre in einem kräftigen Aufschwung befunden. Dies gilt in besonderem Maße auch für die Finanzmärkte, wo die Bewertungen teils historisch hohe Niveaus erreicht haben. Zugleich dominiert seit einiger Zeit die Wahrnehmung, dass sich das geopolitische und das wirtschaftspolitische Umfeld eingetrübt haben bzw. dies 2019 bevorsteht und die Abwärtsrisiken sich erhöht haben. Auch haben zahlreiche konjunkturelle Frühindikatoren bereits Warnsignale gesendet. All dies lässt für viele Investoren und Analysten eine Rezession auf Sicht der kommenden Quartale für wahrscheinlich erscheinen. Gemessen an der Bloomberg-Umfrage wird die Rezessionswahrscheinlichkeit auf Sicht von 12 Monaten für die USA und den Euro-Raum jeweils bei 25% gesehen, so hoch wie zuletzt 2012 bzw. 2013. Diese skeptische Sicht zeigt sich auch in der US-Zinskurve, die sich zum Teil bereits invertiert hat und am langen Ende der Bundkurve, wo die Renditen für 10J Anleihen seit Mitte März sich zeitweise wieder unter der 0%-Marke bewegen. Auch wenn wir in unserem Basis-Szenario ...

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Das Risiko einer Rezession ist gestiegen. Wir zeigen, wie die nächste Krise aussehen könnte und welche Gegenmittel noch zur Verfügung stehen. Notenbanken und Staaten könnten dabei neue Wege gehen.

Energie- und Klimawandel

Green Bonds: Vor dem nächsten Schub

  • Wachstumstrend bei „Grünen“ Anleihen bleibt 2019 bestehen
  • Rendite-Vorteil bei „Grünen“ Anleihen ist noch nicht gegeben
  • Regulatorische Entwicklungen mit Auswirkung in naher Zukunft

„Die gute Nachricht zuerst: Das Green Bond Segment wird wohl auch in 2019 kräftig wachsen. Wir erwarten ein Neuemissionsvolumen zwischen 175 und 185 Mrd. Euro. Dies bedeutet ein leichtes Plus zwischen 5% und 10%. Aufgrund der noch geringen Fälligkeiten in dem noch jungen Markt dürfte damit auch das Nettoneuemissionsvolumen sehr hoch ausfallen. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hat sich das Neuemissionswachstum etwas abgeschwächt. Konnten bis 2017 meist Wachstumsraten im hohen zweistelligen Prozentbereich erzielt werden, so wuchs das platzierte Volumen in 2018 lediglich um 5,9%. Der Grund ist neben der in 2018 generell niedrigeren Aktivität an den Bondmärkten das etwas nachlassende Engagement traditionell starker Emittenten aus den Bereichen der Förderbanken, Supranationals und anderer staatsnaher Institutionen. Auch der Umstand, dass grüne Anleihen keinen Preisvorteil bieten, hemmt sowohl Neuemissionen als auch die Investorennachfrage (Analyse im Report). Auch fehlende bindende Regularien wirken sich negativ auf die Marktentwicklung aus. Hier dürften diverse Neuerungen mittelfristig Abhilfe schaffen, was den Märkten neuen Schwung verleihen dürfte.“

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Kohleausstieg: Folgen für Energiepreise und Investoren

  • Die Kohlekommission schlägt den Ausstieg aus der Kohleverstromung bis Ende 2038 vor.
  • Auf die weltweiten Kohlepreise hat die Entscheidung wohl keine Auswirkungen. Der Strompreis in Deutschland dürfte aber steigen.
  • Der Markt für Green Bonds könnte profitieren. Wichtiger sind hier aber regulatorische Weichenstellungen. Diese wiederum könnten die Kosten des Ausstiegs senken.

Die Kohlekommission hat am 26.1.2019 ihren 336-seitigen Abschlussbericht vorgelegt . Die wichtigsten Forderungen sind: Ausstieg aus der Kohleverstromung bis Ende des Jahres 2038, Kernenergieausstieg bis Ende des Jahres 2022 und der Ausbau von Netzen, Gaskraftwerken und Speicherkapazitäten. Diese Maßnahmen sind laut Kommission erforderlich, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Bis zum Jahr 2030 sollen die gesamten deutschen Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um mindestens 55% reduziert werden.

Um die Folgen des Kohleausstiegs zu dämpfen empfiehlt die Kommission umfangreiche Entlastungen und Subventionen für Kraftwerksbetreiber, Unternehmen, Haushalte und Regionen. Die fiskalischen Kosten hierfür könnten 40-90 Mrd. Euro betragen. Zudem dürften die Strompreis durch den Kohleausstieg steigen. Hier hängt aber viel von der Entwicklung am EUA-Markt ab. Durch den Kohleausstieg steigt der Finanzierungsbedarf für die Energiewende weiter an.

Der Markt für Green Bonds dürfte davon nur zum Teil profitieren. So werden für zahlreiche Investitionsprojekte wohl keine Green Labels vergeben. Wichtiger bleibt für den Green Bond Markt, ob und wann regulatorischen Besserstellungen tatsächlich kommen.

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Der Plan für den deutschen Kohleausstieg wird intensiv diskutiert. Wir analysieren die Folgen für Investoren. Der Strompreis ist betroffen. Bei Green Bonds bleibt eine Frage offen.

Die Energiewende ist neu auszutarieren

  • Energie-Trilemma: Zieldreieck auf der Kippe
  • Mit dem Aus der Kohleverstromung wird eine sichere Stromversorgung schwieriger.
  • Beim Klimaschutz sind internationale Lösungen nationalen vorzuziehen.

Die Umstellung des Förderregimes für Erneuerbare Energien auf Ausschreibungen sorgt für sich genommen mittelfristig für eine Stabilisierung der Strompreise. Allerdings gibt es auch einen gegenläufigen Effekt. Denn mit dem nun geplanten Aus für die Kohleverstromung bleiben nach dem Atomausstieg zur Sicherung der Stromgrundlast mittel- und langfristig nur Gas und Erneuerbare Energien zur Stromgewinnung. Dies erfordert jedoch massive Investitionen in den Ausbau von Stromspeichern und -netzen, um den volatilen Grünstrom bedarfsgerecht bereitzustellen. Ein stärkerer Fokus Deutschlands auf höhere Preise für CO2-Zertifikate wäre für den EU-weiten Klimaschutz besser als teure nationale Lösungen.

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Nach dem Atomausstieg plant Deutschland das Ende der Kohleverstromung. Für die Stromerzeugung bleiben dann Gas und Erneuerbare Energien. Dazu müssen Stromspeicher und -netze massiv ausgebaut werden.

Sustainable Finance und die Folgen für Versicherer und Investoren

  • Nachhaltiges Investieren spielt für die Versicherungsbranche eine immer größere Rolle.
  • Mit dem Klimawandel sind Versicherer als Risikomanager und Anleger befasst.
  • Regulatorische Bevorzugungen von ESG-Anlagen dürften diesen Trend auch bei Versicherungen verstärken.

ESG- und Nachhaltigkeitsthemen gewinnen für Versicherer absehbar an Bedeutung. Der langfristige Fokus und die Frage der Versicherbarkeit von Klimarisiken machen ESG und Dekarbonisierungsfragen für Versicherer aussichtsreich. Die Versicherungsbranche ist bereits Kernbestandteil eines umfassenden Sustainable Finance Systems. Wir gehen davon aus, dass ESG bei den Versicherern operativ verbindlicher integriert wird.

Das betrifft auch Green Bonds, für die Kapitalerleichterungen in Aussicht gestellt werden. Angesichts der breiten Unterstützung in der EU ist die Wahrscheinlichkeit hierfür sehr groß. Regulatorische Maßnahmen zur Förderung von ESG sollen dabei auch die Finanzstabilität erhöhen. Ob die Reduktion der Risiken durch den Klimawandel durch ESG-Regulierungsvorgaben für die Versicherer möglich ist, bleibt umstritten. Wie bei anderen gesetzlichen neuen Vorgaben sind die Auswirkungen von Kapitalerleichterungen auf die Selbstregulierungsfähigkeit der Branche zu prüfen.

Versicherungen sind ein entscheidender Treiber von Sustainable Finance. Neue Regulierungsschritte könnten diesen Trend noch verstärken. Es bestehen viele Chancen, aber auch Risiken.

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