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Erster Produktionsanstieg aus dem tiefen Tal

Die Unternehmen in Deutschland haben wohl im Mai ihre Produktion wieder hochgefahren. Ein Blick auf das Produktionsniveau verdeutlicht aber, dass der Weg aus der Krise noch ein langer sein wird.

Nachdem die Produktion in einigen Branchen im April nahezu zum Erliegen gekommen war (in der Automobilbranche sank der monatliche Output laut Branchenverband VDA auf etwa 3% verglichen mit dem Durchschnitt des ersten Quartals), hat sich der Output im Mai wohl wieder etwas erholen können. Hierfür spricht, dass die Unternehmen zum einen zunehmend Bedingungen geschaffen haben, die ein Arbeiten unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes möglich machen. Zum anderen sind die Auftragsbestände in der Krise noch nicht spürbar geschrumpft. Von Stornierungen war wohl aufgrund der erwarteten zeitlichen Begrenztheit der Krise bislang kaum die Rede. Entsprechend waren ausreichend Aufträge vorhanden, dass die Unternehmen ihre Produktion mit den entsprechenden Infektionsschutzmaßnahmen wieder hochfahren konnten. Allerdings wird der tiefe Einbruch aus den letzten Monaten im Mai noch bei weitem nicht wettgemacht werden können. Um im Beispiel der Automobilindustrie zu bleiben: Laut den Daten des Branchenverbands hat zwar die Produktion (ausgehend von fast null) im Mai um über 1290% (!) zugelegt. Im Niveau wurde aber der Q1-Durchschnitt nicht einmal zur Hälfte erreicht. Für die Produktion insgesamt dürfte ein Anstieg von knapp 11% im Mai zu Buche stehen. Ein Blick auf das Niveau zeigt aber: Der Weg aus der Krise bleibt ein langer.

Was in der nächsten Woche wichtig wird
Im Zentrum der kommenden Woche stehen in Europa die harten Konjunkturdaten für Deutschland im Mai. In den USA ist der Datenkalender mit dem ISM-Dienstleistungen überschaubar. Geldpolitisch schauen wir nach Australien.

Lesen Sie weiter Erster Produktionsanstieg aus dem tiefen Tal (6.7. – 10.7.2020, Die Woche)

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