UK: Zwischen allen Stühlen - Blickpunkt Die Woche
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UK: Zwischen allen Stühlen

Während die Wirtschaft zunehmend unter den Belastungen ächzt, sieht sich die Bank of England bei hoher Inflation zu Zinsanhebungen gezwungen. Zudem: ifo Geschäftsklima, PMIs und chin. Geldpolitik.

Die jüngsten Kommentare von BoE-Gouverneur Bailey zur makroökonomischen Lage im Königreich ließen eine nahezu resignierende Stimmung des Notenbankchefs anmuten. Die Zentralbank geht von einer Rezession zum Jahreswechsel aus, könnte dennoch die Straffung beschleunigen und den Leitzins noch in diesem Jahr in Richtung 2% anheben.

Ein Anstieg der Inflation über 10% sei angesichts des Rohstoffpreisschocks nicht mehr aufzuhalten, die Produzentenpreise notierten im April 19% über dem Vorjahr. Während sich die EZB im Blick auf die Lohnentwicklung noch entspannt gibt, dürfte der Anstieg in UK (+7% zum Vorjahr) in der BoE bereits zunehmend Unbehagen auslösen.

Der britische Arbeitsmarkt verarbeitet immer noch den doppelten Schock aus Pandemie und Brexit. Insbesondere der Niedriglohnsektor wird vom Arbeitskräftemangel belastet, im Gastgewerbe bleiben rund 8% der Stellen unbesetzt. Die Währungshüter werden daher über die konjunkturellen Warnsignale vorerst hinwegsehen und eine steigende Rezessionsgefahr in Kauf nehmen.

Das frostige Konsumklima könnte in den kommenden Monaten auch die PMIs nach unten ziehen, welche bisher noch auf Expansionsniveau notierten. Das Finanzministerium kündigte Steuersenkungen und höhere Subventionen für den Energieverbrauch privater Haushalte für Herbst an – der Inflationsgipfel dürfte dann jedoch schon erreicht sein.

Der Wochenfahrplan
ifo-Index & PMIs: Von der Frühindikatoren-Woche sind kaum positive Signale zu erwarten.

Lesen Sie weiter UK: Zwischen allen Stühlen (23.5. - 27.5.2022, Die Woche)

Weitere Ausgaben (Mai/April 2022)

Die EU arbeitet am Öl-Embargo gegen Russland. Für Deutschland scheint das verkraftbar. Größere Probleme würde der Verzicht auf Gas machen. Zudem: US-Daten, Japan-BIP und Lagarde-Rede.
Gas-Embargo: Die größere Gefahr (16.5. – 20.5.2022, Die Woche)

Während die größte Europäische Notenbank sich nun langsam auf einen ersten Zinsschritt einstellt, ist die Fed trotz Wirtschaftsschwäche bereits voll im Anhebungs-Modus. Zudem: UK-BIP und US-Inflation.
EZB: Heißer Zinssommer steht ins Haus (9.5. – 13.5.2022, Die Woche)

Den dunklen Konjunkturwolken wird die Fed vorerst wohl wenig Beachtung schenken und das Zinsband um 50 Basispunkte straffen. Die deutsche Industrie dürfte wegen des Kriegs einen Rücksetzer erleiden.
Fed-Preview: Zinssprünge trotz BIP-Schwäche (2.5. – 6.5.2022, Die Woche)

Omikron, die hohe Inflation und der einsetzende Krieg haben zum Jahresstart 2022 das Wachstum zum Erliegen gebracht. Rosiger schaut es in den USA aus. Zudem: April-Inflationszahlen, EZB-Fahrplan.
Euro-Raum: Schwaches Q1-BIP erwartet (25.4. – 29.4.2022, Die Woche)

Lockdowns belasten Konjunktur und Lieferketten: Das Wachstum dürfte hinter den Erwartungen zurückbleiben. Zudem: Frühindikatoren in DE, Euro-Raum und USA sowie Zinslockerung in Russland.
China: Wachstumsziel in Gefahr (18.4. – 22.4.2022, Die Woche)

Die Inflation lastet schwer auf dem deutschen Verbraucher. Auch die Zusatzersparnis aus der Lockdown-Zeit dürfte wenig Abhilfe schaffen. Zudem: EZB-Preview und Blick auf die schrumpfende Fed-Bilanz.
Deutschland: Konsum unter (Preis-)Druck (11.4. – 14.4.2022, Die Woche)

Der Rebell innerhalb der EU trotzt allen Widerständen und einer geeinten Opposition. Zudem: Die deutsche Industrie im Februar und polnische Geldpolitik.
Ungarn: Orbán vor weiterer Amtszeit (4.4. – 8.4.2022, Die Woche)

Schwellenländer in aller Welt sind mit steigender Inflation und Währungsdruck konfrontiert, der Zinsanhebungszyklus nimmt Fahrt auf. Außerdem: Inflation in DE und Euro-Raum sowie US-Arbeitsmarkt.
Schwellenländer unter Druck (28.3. – 1.4.2022, Die Woche)