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Geht Johnsons Kalkül am 12. Dezember auf?

Der Versuch der Tories, durch Neuwahlen Sitze zu gewinnen, ging 2017 nach hinten los. Trotz positiver Vorzeichen gibt es auch diesmal Faktoren, die das Rennen weiterhin als spannend erscheinen lassen.

Nachdem das Kalkül der Tories unter Theresa May, durch Neuwahlen Sitze im Parlament hinzuzugewinnen, 2017 krachend scheiterte, stellt sich die Frage, ob es unter Boris Johnson am 12.12. besser klappt. Nach dem Wegfall der Unterstützung durch die nordirische DUP müssen die Tories für eine Mehrheit etliche Sitze hinzugewinnen. Auftrieb erhielten die Tory-Chancen zwar durch die Entscheidung der Brexit-Partei, keine Kandidaten in zuletzt von den Tories gewonnenen Wahlkreisen aufzustellen (in UK gilt das Mehrheitswahlverfahren und nicht das Verhältniswahlrecht). Weiterhin kandidieren wird sie aber in den zahlreichen, den Brexit befürwortenden Wahlkreisen in Nordengland, die von Labour gewonnen wurden. Dies dürfte es den Tories erschweren, hier zusätzliche Sitze zu gewinnen – zumal nicht auszuschließen ist, dass der eigentlich unpopuläre Labour-Chef wieder einen Achtungserfolg wie 2017 erzielt, in dem er die Tories als „unsoziale“ Hardliner darstellt. Einige Sitze könnten die Tories zudem aufgrund der neuen „Anti-Brexit-Kooperation“ von Liberaldemokraten, Grünen und einer walisischen Partei verlieren, die in jedem Wahlkreis nur den jeweils erfolgversprechendsten ihrer Kandidaten aufstellen will. Trotz des großen Tory-Vorsprungs in den aktuellen Umfragen bleibt das Rennen also spannend.

Was in der nächsten Woche wichtig wird

Im Euro-Raum stehen die November-PMIs im Mittelpunkt, die zwar ansteigen dürften, jedoch weiterhin auf niedrigen Niveaus liegen sollten. Die US-Frühindikatoren dürften keine Wende zum Besseren einläuten.

Lesen Sie weiter Geht Johnsons Kalkül am 12. Dezember auf? (18.11.– 22.11.2019, Die Woche)