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Blickpunkt Wirtschaft

Blickpunkt Wirtschaft, anlassbezogene Vertiefung und weiterführende Analyse zu Konjunktur und (geld-) politischen Themen.

EU: Wirtschaft trotzt den Lockdowns (02.02.2021)

Der europäische Kontinent schlägt sich in der zweiten Welle bislang wacker, vor allem dank der Industrie. Die Daten zum BIP 2020 offenbaren aber auch signifikante regionale Unterschiede.

Kurz & klar

  • Das Minus der realen Wirtschaftsleistung in Europa fiel im vierten Quartal 2020 mit 0,5% (EU) bzw. 0,7% (Euro-Raum) überraschend gering aus.
  • Die beiden Schwergewichte Frankreich und Italien haben allerdings negative Ergebnisse eingefahren. Angesichts des schweren Verlaufs der Pandemie dort und der frühzeitigen restriktiven Lockdowns ist das wenig verwunderlich. Aufwärtspotenzial für die Prognose gibt es dagegen in Spanien und Osteuropa.
  • Die Industrie erweist sich derzeit als stabilisierender Faktor, wovon besonders Deutschland profitiert. Südeuropa wird dagegen im zweiten Halbjahr 2021 massiv von einem Comeback des Dienstleistungs- und Tourismussektors profitieren – und von EU-Programmen.

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EU liebt Biden, flirtet aber mit der Konkurrenz (29.01.2021)

Noch vor dem Wechsel im Weißen Haus wagt die EU mit einem Investitionsabkommen die Annäherung an China. Welche Rolle die EU im geostrategischen Machtspiel einnehmen kann, ist jedoch offener denn je.

Kurz & klar

  • Die EU will die transatlantischen Beziehungen mit Biden neu beleben.
  • Biden will das auch – sieht in der EU aber vor allem einen Verbündeten im Kampf gegen das Machtstreben Chinas. China seinerseits warnt vor einem neuen Kalten Krieg.
  • Nicht ins Bild passt, dass die EU sich mit China Ende 2020 auf ein Investitionsabkommen verständigt hat – noch vor dem ersten Treffen mit der neuen US-Administration.
  • Da das Abkommen sowohl inhaltlich als auch unter geopolitischen Gesichtspunkten wenig überzeugt, ist fraglich, ob das Europäische Parlament diesem zustimmt.

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BIP 2020: Tiefe Rezession mit Hoffnungsschimmer zum Jahresausklang (14.01.2021)

Die deutsche Wirtschaft ist im Corona-Krisenjahr real um 5,0% eingebrochen. Immerhin hat sich das BIP im vierten Quartal trotz Lockdown stabil gezeigt. Vorbei ist die Pandemie aber noch nicht.

Kurz & klar

  • Die deutsche Wirtschaft ist im Corona-Krisenjahr 2020 real um 5,0% eingebrochen, was die zweitschlechteste Entwicklung nach der Finanzkrise 2009 darstellt (-5,7%). Allerdings hat sich die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal trotz eines erneuten Lockdowns laut Bundesamt stabil gezeigt.
  • Die Bauwirtschaft erwies sich als krisenresistent und hat ein reales Wachstum von 1,5% erzielt. Stark eingebrochen sind dagegen die Ausrüstungsinvestitionen und die Exporte.
  • Es wurde das erste staatliche Finanzierungsdefizit seit 2011 registriert. Der Fehlbetrag von 4,8% gemessen am BIP entspricht der zweithöchsten Defizitquote seit der Wiedervereinigung.

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Italien: Renzi lässt Regierung in Rom platzen (14.01.2021)

Nach knapp eineinhalb Jahren steht die Regierung in Italien wieder vor dem Aus. Der Staatspräsident könnte Neuwahlen abwenden. Ansonsten droht womöglich eine rechtsnationale Regierungskoalition.

Kurz & klar

  • Inmitten der Corona-Pandemie tritt Matteo Renzi mit seiner Partei "Italia Viva" aus der Regierungskoalition aus und beschwört eine Regierungskrise herauf.
  • Staatspräsident Mattarella versucht, die Parteien zum Einlenken zu bewegen, um einen vorzeitigen Urnengang zu verhindern. Sonst droht Italien womöglich eine rechtsnationale Regierung.
  • Die Kapitalmärkte reagieren bisher gelassen. Dies könnte sich mit Aussicht auf Neuwahlen aber ändern.

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Mit PEPP durch 2021 (10.12.2020)

Die EZB hat wie erwartet bei PEPP und TLTRO nachgelegt. In Summe reagierten die Märkte auf die Maßnahmen aber enttäuscht, denn der Teufel steckt bekanntlich im Detail.

Kurz & klar

  • Die EZB hat wie erwartet das Notfallkaufprogramm PEPP ausgeweitet.
  • Zusätzliche langfristige Liquiditätsgeschäfte (TLTRO) für Banken sollen die Kreditvergabe an den Privatsektor aufrechterhalten.
  • Die Projektionen zu Wachstum und Inflation fielen vor allem kurzfristig etwas pessimistischer aus als noch im September.
  • Mit den Entscheidungen konnte die EZB die Marktteilnehmer nicht positiv überraschen.

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