Megatrend Niedrigzins und Verschuldung
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Megatrend - Niedrigzins und Verschuldung

Folgen eines Japan-Szenarios für die Aktienmärkte (20.12.2019)

Der Euro-Raum folgt bei vielen Wirtschafts- und Finanzmarktentwicklungen Japan. Für den Aktienmarkt lassen sich daraus wichtige Schlüsse ziehen. Dies gilt auch für ein mögliches EZB-Aktienkaufprogramm

Kurz & klar

  • Mit schwachem Wachstum, (zu) geringer Inflation und Niedrigzinsen nähert sich der Euro-Raum ökonomisch dem „Japan-Szenario“ an.
  • Wie in Japan sind im Euro-Raum die Dividendenrenditen in Relation zu Staatsanleiherenditen immer attraktiver geworden. Bei Negativzinsen macht dies eine längerfristige Outperformance von Aktien wahrscheinlich. Die absoluten Aktienmarktrenditen werden aber niedriger als in früheren Dekaden bleiben.
  • Das Aktienkaufprogramm der Bank of Japan (BoJ) könnte in weiten Teilen als Blaupause für ein entsprechendes Programm der EZB dienen.
  • Der Erfolg des BoJ-Kaufprogramms ist nicht eindeutig. Die Risikoprämien am Aktienmarkt konnten lange Zeit nicht reduziert werden. Das Kursniveau dürfte aber höher sein als ohne die Käufe.
  • Während die BoJ mit einem Teil ihres Aktienkaufprogramms gezielt Investitionen der Unternehmen fördern will, könnte die EZB Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen.

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Was, wenn die nächste Rezession kommt (10.05.2019)

  • Das Risiko einer Rezession ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
  • Auf den ersten Blick haben Geld- und Fiskalpolitik kaum noch Reaktionsspielraum.
  • Wir zeigen, wo tatsächlich noch Optionen liegen. Diese sind regional sehr unterschiedlich. Und auch die Wirkung variiert stark.
  • Zinssenkungen und QE-Programme sind die erste Wahl. In vielen Regionen müsste aber vor allem die Fiskalpolitik die Kohlen aus dem Feuer holen.
  • Anders als bisher dürften vor allem in Europa nationale Lösungen nicht ausreichen. Ein koordiniertes Lockerungsprogramm scheint alternativlos und bietet Chancen.
  • Bisher als Ideenexperimente bezeichnete Konzepte könnten ernsthaft in Erwägung gezogen werden. Vom Schuldenschnitt durch Notenbanken bis zum Helikopter-Geld.
  • Die letzte Krise hat gezeigt, dass gedankliche Barrieren schnell fallen können.

Die Weltwirtschaft hat sich von der durch die Finanzkrise 2007 ausgelösten Rezession deutlich erholt. Viele Regionen haben sich über mehrere Jahre in einem kräftigen Aufschwung befunden. Dies gilt in besonderem Maße auch für die Finanzmärkte, wo die Bewertungen teils historisch hohe Niveaus erreicht haben. Zugleich dominiert seit einiger Zeit die Wahrnehmung, dass sich das geopolitische und das wirtschaftspolitische Umfeld eingetrübt haben bzw. dies 2019 bevorsteht und die Abwärtsrisiken sich erhöht haben. Auch haben zahlreiche konjunkturelle Frühindikatoren bereits Warnsignale gesendet. All dies lässt für viele Investoren und Analysten eine Rezession auf Sicht der kommenden Quartale für wahrscheinlich erscheinen. Gemessen an der Bloomberg-Umfrage wird die Rezessionswahrscheinlichkeit auf Sicht von 12 Monaten für die USA und den Euro-Raum jeweils bei 25% gesehen, so hoch wie zuletzt 2012 bzw. 2013. Diese skeptische Sicht zeigt sich auch in der US-Zinskurve, die sich zum Teil bereits invertiert hat und am langen Ende der Bundkurve, wo die Renditen für 10J Anleihen seit Mitte März sich zeitweise wieder unter der 0%-Marke bewegen. Auch wenn wir in unserem Basis-Szenario ...

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Das Risiko einer Rezession ist gestiegen. Wir zeigen, wie die nächste Krise aussehen könnte und welche Gegenmittel noch zur Verfügung stehen. Notenbanken und Staaten könnten dabei neue Wege gehen.