Deutsches BIP: Erholung mit Gegenwind - Blickpunkt Die Woche
BayernLB

Deutsches BIP: Erholung mit Gegenwind

Die deutsche Wirtschaft konnte 2021 aufgrund der Pandemie die Wachstumserwartungen nicht ganz erfüllen. Im Fokus der Märkte: Die US-Notenbank Fed stellt eine baldige Straffung in Aussicht.

Als das Statistische Bundesamt heute bei einer großangelegten Pressekonferenz die Erstschätzung für das Jahres-BIP 2021 präsentierte, sorgte die vermeldete Wachstumsrate von 2,7% kaum mehr für Überraschungen. Zu Beginn des Jahres lagen die Erwartungen an die Erholung allerdings deutlich höher (Konsens: 3,9%, BayernLB Research: 2,7%; entspricht Rang 2 beim Spiegel-Prognoseranking unter 43 Banken und Instituten) . Nach der ähnlich tiefen Rezession 2009 hatte die Wirtschaftsleistung noch um über 4% expandiert. Im vergangenen Jahr verhinderte die Corona-Infektionslage aber eine dynamischere Erholung. Im ersten Quartal und zum Jahresende sorgten die staatlichen Lockdown-Maßnahmen sogar für einen Rückgang des BIP. Am eindrucksvollsten veranschaulicht die Probleme, mit denen die Wirtschaft zu kämpfen hatte, der Blick auf den Privatverbrauch, der 2021 nur auf dem Krisenniveau des Vorjahres stagnierte. Die Sparquote war weiterhin deutlich erhöht. Das BIP lag 2021 damit noch 2% unter Vorkrisenniveau. Auch die meisten Wirtschaftsbereiche konnten ihren Output noch nicht wieder über Vor-Corona-Niveau ausweiten, insbesondere die Industrie nicht. Lediglich der Bau und der IT-Sektor erzielten eine um 3,3 bzw. 2,3% höhere Wertschöpfung als 2019.

Der Wochenfahrplan

Kaum Indikatorenveröffentlichungen in der kommenden Woche. Die chinesischen BIPZahlen für Q4 stechen heraus.

Lesen Sie weiter Deutsches BIP: Erholung mit Gegenwind (17.1. - 21.1.2022, Die Woche)

Weitere Ausgaben (Januar 2022/Dezember 2021)

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US-Dollar: Flüchtige Stärke (29.11. – 3.12.2021, Die Woche)