BayernLB

Blickpunkt Wirtschaft

Blickpunkt Wirtschaft, anlassbezogene Vertiefung und weiterführende Analyse zu Konjunktur und (geld-) politischen Themen.

BIP 2020: Tiefe Rezession mit Hoffnungsschimmer zum Jahresausklang (14.1.2021)

Die deutsche Wirtschaft ist im Corona-Krisenjahr real um 5,0% eingebrochen. Immerhin hat sich das BIP im vierten Quartal trotz Lockdown stabil gezeigt. Vorbei ist die Pandemie aber noch nicht.

Kurz & klar

  • Die deutsche Wirtschaft ist im Corona-Krisenjahr 2020 real um 5,0% eingebrochen, was die zweitschlechteste Entwicklung nach der Finanzkrise 2009 darstellt (-5,7%). Allerdings hat sich die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal trotz eines erneuten Lockdowns laut Bundesamt stabil gezeigt.
  • Die Bauwirtschaft erwies sich als krisenresistent und hat ein reales Wachstum von 1,5% erzielt. Stark eingebrochen sind dagegen die Ausrüstungsinvestitionen und die Exporte.
  • Es wurde das erste staatliche Finanzierungsdefizit seit 2011 registriert. Der Fehlbetrag von 4,8% gemessen am BIP entspricht der zweithöchsten Defizitquote seit der Wiedervereinigung.

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Italien: Renzi lässt Regierung in Rom platzen (14.1.2021)

Nach knapp eineinhalb Jahren steht die Regierung in Italien wieder vor dem Aus. Der Staatspräsident könnte Neuwahlen abwenden. Ansonsten droht womöglich eine rechtsnationale Regierungskoalition.

Kurz & klar

  • Inmitten der Corona-Pandemie tritt Matteo Renzi mit seiner Partei "Italia Viva" aus der Regierungskoalition aus und beschwört eine Regierungskrise herauf.
  • Staatspräsident Mattarella versucht, die Parteien zum Einlenken zu bewegen, um einen vorzeitigen Urnengang zu verhindern. Sonst droht Italien womöglich eine rechtsnationale Regierung.
  • Die Kapitalmärkte reagieren bisher gelassen. Dies könnte sich mit Aussicht auf Neuwahlen aber ändern.

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Begrenzte Freude über das Brexit-Weihnachtsgeschenk (5.1.2021)

Das Abkommen zwischen der EU und UK hat einen No-Deal Brexit verhindert. Die Handelsbeziehungen zwischen dem Kontinent und der Insel werden in Zukunft dennoch von erheblichen Friktionen geprägt sein.

Kurz & klar

  • Das in letzter Minute beschlossene Freihandelsabkommen zwischen der EU und UK ist zwar stolze 1200 Seiten lang. In vielen Bereichen müssen aber noch Fragen geklärt werden.
  • Zölle sind bei Einhalten der Regeln zwar nicht vorgesehen, es wird jedoch erhebliche Friktionen geben, welche je nach Sektor unterschiedlich stark ausgeprägt sein werden.
  • Im Großen und Ganzen ist das Abkommen wie von uns seit dem Brexit-Votum erwartet und in unseren makroökonomischen Prognosen unterstellt ausgefallen. Die britische Wirtschaft dürfte auch 2021 hinterherhinken.

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Mit PEPP durch 2021 (10.12.2020)

Die EZB hat wie erwartet bei PEPP und TLTRO nachgelegt. In Summe reagierten die Märkte auf die Maßnahmen aber enttäuscht, denn der Teufel steckt bekanntlich im Detail.

Kurz & klar

  • Die EZB hat wie erwartet das Notfallkaufprogramm PEPP ausgeweitet.
  • Zusätzliche langfristige Liquiditätsgeschäfte (TLTRO) für Banken sollen die Kreditvergabe an den Privatsektor aufrechterhalten.
  • Die Projektionen zu Wachstum und Inflation fielen vor allem kurzfristig etwas pessimistischer aus als noch im September.
  • Mit den Entscheidungen konnte die EZB die Marktteilnehmer nicht positiv überraschen.

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