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China: Scheinblüte im August - Blickpunkt "Die Woche"

Die Wirtschaftsdaten Chinas zeigen sich aufgrund der Zölle noch volatiler als sonst. Im August schlägt das Pendel zwar nach oben aus, eine Wende zum Bessern ist dies aber nicht.

Es wird zwar gerne ein raues Image gepflegt, aber dieses ist ein Mythos. Oft genug reagiert das Gros der Finanzmarktteilnehmer regelrecht verschreckt auf vom Konsens abweichende Konjunkturdaten. Der 14. August war hierfür ein gutes Beispiel. Bereits einen Tag nach der Erleichterungsrallye als Reaktion auf eine mögliche Verschiebung der US-Zölle gegen China fürchtete man sich wieder vor einer (weltweiten) Rezession und flüchtete daher in den Rentenmarkt. Ein Hauptgrund hierfür waren die sehr schwachen Wirtschaftsdaten Chinas. So wurde bspw. ein Einbruch der Industrieproduktion für Juli um 4,8% ggü. dem Vorjahr und damit ein Rekordtief veröffentlicht. Dabei gab es hierfür im Vorfeld (!) gute Gründe wie bspw. der Rückprall auf die Vorzieheffekte vom Juni aufgrund der US-Zölle. Dies wird sich nächste Woche mit nun umgekehrtem Vorzeichen wiederholen. So fallen auf der einen Seite die Belastungen des Julis weg, zum anderen gab es erneut Vorzieheffekte wegen der US-Zölle im September. Daher ist mit einem spürbaren Plus der Industrieproduktion in Höhe von 5,6% zu rechnen (Konsens: +5,2%). Die Marktreaktion dürfte entsprechend positiv ausfallen, obwohl sich damit am grundsätzlich negativen Umfeld Chinas nichts geändert hat, weshalb die PBoC auch weiterhin gegensteuern wird.

Was in der nächsten Woche wichtig wird

Bei der US-Industrieproduktion erwarten wir moderates Wachstum und der Philadelphia Fed-Index dürfte sich weiter eintrüben. Im Euro-Raum stehen lediglich die ZEWKonjunkturerwartungen an.

Lesen Sie weiter Die Woche 16.9.– 20.9.2019