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Research

Blickpunkt "Die Woche"

Die Woche, kompakte Wochenvorschau auf Konjunktur, Wirtschaftspolitik und Zentralbanken. Erscheinungstermin wöchentlich (FR).

EZB-Entscheidung unter erhöhter Unsicherheit

Am nächsten Donnerstag steht die Juli-Sitzung der EZB an. Diese hat Preisstabilität als einziges Ziel. Entscheidend hierfür sind vor allem die Inflationserwartungen. Denn nur, wenn bei allen wirtschaftlichen Entscheidungen (Lohnverhandlungen, Preissetzung für Güter) die Wirtschaftsakteure eine künftige Teuerung berücksichtigen, wird diese auch eintreten. Das Beispiel Japan zeigt: wenn sich eine sehr niedrige Inflation in den Köpfen etabliert hat, wird eine nachhaltige und selbsttragende Inflationsbelebung immer schwieriger.

Die EZB bekommt aber aktuell uneinheitliche Signale. Während die Markterwartungen eine deutliche Eintrübung und damit Handlungsbedarf signalisieren, sind die umfragebasierten Maße bei den Konsumenten und Experten noch recht stabil. In einer Rede hat Direktoriumsmitglied Coeuré zuletzt betont, dass die umfragebasierten Maße aktuell zu bevorzugen wären. Hieraus ergäbe sich also kein unmittelbarer Handlungsbedarf für die EZB.

Wir erwarten daher noch keine Zinssenkung auf dieser Sitzung, gehen aber aufgrund der globalen Rahmenbedingungen davon aus, dass die Forward Guidance um eine Abwärtstendenz ergänzt wird und Zinssenkungen im Jahresverlauf folgen.

Was in der nächsten Woche wichtig wird

Das Q2-Wachstum dürfte in den USA unter Potenzial gelaufen sein, während die Frühindikatoren für Juli wohl eine weitere Verschlechterung ankündigen. Auch im Euro-Raum dürften die Stimmungsindikatoren keine Verbesserung zeigen.

Lesen Sie hier weiter: Die Woche 22.7.–26.7.2019.