US-Dollar: Flüchtige Stärke - Blickpunkt Die Woche
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US-Dollar: Flüchtige Stärke

Zinserwartungen und Konjunkturstärke sorgen für einen kräftigen US-Dollar – der Trend könnte sich aber schon bald umkehren. Zudem: Arbeitsmarktberichte in DE und den USA sowie deutsche Verbraucherpreise.

Die erneute Nominierung von Jerome Powell zum Fed-Chef – anstatt der als taubenhafter geltenden Fed-Gouverneurin Lael Brainard – reihte sich zuletzt in die zahlreichen Impulse einer zunehmenden Dollar-Stärke ein. Erhöhter Preisdruck und ein kräftiger Stellenaufbau im Oktober haben die Debatte um zügigere geldpolitische Straffung angeheizt und so dem Greenback Auftrieb verliehen. Zugleich sind die fiskalischen Stimuli in den USA zwar in weiten Teilen bereits ausgelaufen, haben aber für hohe Rücklagen privater Haushalte gesorgt. Zusammen mit einer Reduktion der Sparquote in Richtung des Vorkrisenniveaus könnte das dem Konsum weiteren Rückenwind geben. Unterdessen bekräftigte die EZB ihre Forward Guidance einer anhaltenden Nullzinspolitik und die Corona-Pandemie sorgen nach einer US-Infektionswelle im Sommer nun diesseits des Atlantiks für eine Abkühlung, sodass der Euro in vielerlei Hinsicht Abwärtsdruck verspürt.

Im Jahresausblick 2022 scheint die aktuelle Stärke des US-Dollars nicht nachhaltig. Im Euro-Raum dürfte die EZB nach der Überwindung der Corona-Welle die Anleihekäufe spürbar reduzieren. Seitens der Fed prognostizieren wir zudem nur einen Zinsschritt in Q4 2022; marktbasierte Leitzinserwartungen, die 2022 mindestens zwei Zinsschritte einpreisen, sollten also enttäuscht werden. Insgesamt ist im Laufe von 2022 mit einer sukzessiven Dollar-Abwertung bis auf über 1,20 EUR-USD zu rechnen.

Der Wochenfahrplan
Es erscheinen Zahlen zur Teuerung im Euro-Raum und zum Arbeitsmarkt in den USA; zudem US-ISM-Indizes.

Lesen Sie weiter US-Dollar: Flüchtige Stärke (29.11. - 3.12.2021, Die Woche)

Weitere Ausgaben (November/Oktober 2021)

Auch wenn die Politik vor einem neuen Lockdown zurückschreckt, bedeuten die hohen Infektionszahlen für die Konjunktur kaum Gutes. Zudem: ifo Geschäftsklima, PMIs und EZB Financial Stability Review.
Corona: Vierte Welle bremst Aufschwung (22.11. – 26.11.2021, Die Woche)

Kurz vor dem Ende des UN-Klimagipfels im schottischen Glasgow ziehen wir ein erstes Fazit. Es bleibt noch viel zu tun. Darüber hinaus: Die Fed und ihre Reaktion auf die neuesten Inflationszahlen.
COP26 Spannung bis zum Schluss (15.11. – 19.11.2021, Die Woche)

Während die Fed planmäßig mit dem Tapering beginnt, sorgte ein Stillhalten der Bank of England für Tumult an den Märkten. Bei den US-Inflationszahlen geht es weiter nach oben.
UK: Old Lady schiebt Zinsschritt auf (8.11. – 12.11.2021, Die Woche)

Während der alte Kontinent diesen Sommer noch einen erfreulichen Wachstumsschub verzeichnet, flaut in den USA die Konjunktur bereits ab. Zudem: EZB-Review und Fed-Preview, US-Arbeitsmarktbericht.
BIP-Dynamik in Europa übertrifft in Q3 die USA (1.11. – 5.11.2021, Die Woche)

Bei den Sondierungen zur Ampel-Koalition in Berlin hat eine Anhebung der Lohnuntergrenze viel Rückhalt bekommen. Es wäre ein weitreichender Schritt. Zudem: EZB-Preview, Q3-BIP in USA und Euro-Raum.
Mindestlohn könnte zum Preistreiber werden ( 25.10. – 29.10.2021, Die Woche)

Der Rechtsstreit zwischen Polen und der EU steht im Kontrast zum klaren Rückhalt für die EU in der polnischen Bevölkerung. Außerdem: Oktober-Frühindikatoren und Fed-Kommunikation zum Tapering.
Polen manövriert sich ins Abseits ( 18.10. – 22.10.2021, Die Woche)

Der Schuldenstreit in Washington, D.C. wurde nur für einige Wochen abgewendet und dürfte auch im Winter für Volatilität an den Märkten sorgen. Außerdem: US-Datenwoche mit Inflation im Fokus.
Schuldenstreit USA: Büchse der Pandora ( 11.10. – 15.10.2021, Die Woche)

Trotz hoher Inflation gewannen Tarifabschlüsse kaum an Dynamik, Antrieb der Teuerung sind die Rohstoffpreise. Neben Indikatoren zur deutschen Industrie steht der US-Arbeitsmarktbericht an.
Deutsche Lohnabschlüsse keine Preistreiber ( 4.10. – 8.10.2021, Die Woche)

Der hochverschuldete Immobilienkonzern Evergrande bestimmt die Märkte. Die Entwicklungen im Bausektor könnten die zweitgrößte Volkswirtschaft etwas bremsen. Zudem: Fed-Review und Inflation in Europa.
China: Konsolidierung im Bausektor ( 27.9. – 1.10.2021, Die Woche)