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Spiel mit dem Feuer

Die EUA-Notierungen sind aufgrund zahlreicher Belastungen spürbar gefallen und bestätigten damit ihre historisch hohe Schwankungsintensität. Ob mit diesem Instrument die Klimaziele erreicht werden?

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht die Klimadebatte weit oben auf der Tagesordnung rangiert. Nach heftigen Protesten hat sich die Bundesregierung bekanntlich Ende September zu einem „Klimapaket“ durchgerungen. Die Kernpunkte sehen vor, den Verbrauch an CO2 auch im privaten Sektor (u.a. Gebäude, Verkehr) zu bepreisen. Hierzu sollen Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas ab 2021 mit einem jährlich steigenden Festpreis pro Tonne CO2 belastet werden und danach ein flexibler Marktpreis in einer Spanne zwischen 35 und 60 Euro je Tonne gelten. Die Große Koalition hat sich damit gegen eine Steuer und für den marktbasierten Handel von EUAs entschieden, um die versprochenen Klimaziele zu erreichen. Wir haben uns in unserer Studie vom 30. Juli „Klimawandel: Mit Überschall nach Paris“ klar für eine Steuer ausgesprochen, u. a. weil diese schnell(er) und effektiv(er) wirkt. Das ist beim CO2-Handel fraglich. So sind die EUAs sowohl politischen Ereignissen wie dem Brexit oder Kohleausstieg als auch der konjunkturellen Entwicklung (negativ), der Witterung (mild) und der Entwicklung anderer Rohstoffe wie Erdgas/Kohle ausgesetzt. Viele dieser Faktoren setzten dem EUA-Preis zuletzt arg zu und drückten diesen unter die wichtige Unterstützung bei 25 Euro je Tonne. So gesehen ist es, anders als bei einer Steuer, keinesfalls sicher, dass der Markt stets die effizientere Lösung anbietet, wie leider häufig immer noch behauptet wird. Können wir in dieser wichtigen Frage einen Fehler leisten?

Was in der nächsten Woche wichtig wird

Während sich die harten Daten kraftlos zeigen dürften, sind die Frühindikatoren für Oktober wohl weiter gefallen.

Lesen Sie weiter Spiel mit dem Feuer, Die Woche 14.10.– 18.10.2019