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Höheres Wachstum und Inflation für länger

Der globale Konjunkturboom erreicht Europa und die Inflation steigt zumindest temporär. Während die Fed ab Herbst auf ein Ende der expansiven Geldpolitik einstimmt, wartet die EZB noch weiter ab.

Perspektiven Ausgabe 06/2021 (26.5.2021)

Kurz & klar

  • Konjunkturboom hat Europa erreicht und dürfe länger anhalten.
  • Inflation steigt, besonders in den USA, weiter, aber wohl nicht dauerhaft.
  • Fed dürfte im Sommer das Ende der ultra-lockeren Gelpolitik langsam einleiten.
  • EZB hält bis auf Weiteres an aggressiver Lockerungspolitik fest.
  • Beibehaltung der Übergewichtung risikoreicherer Assets trotz steigender Zinsen.

Video: Auf einen Espresso mit Chefvolkswirt Jürgen Michels

Editorial

Mit den Impffortschritten werden nun auch in Europa die Restriktionen gelockert und der Weg für aufgestaute Investitionen und Konsum geebnet. Die deutlich steigende Nachfrage trifft jedoch in einigen Bereichen auf Kapazitätsengpässe. In der Folge kommt es bei einigen Waren und Dienstleistungen zu regelrechten Preissprüngen, die zu steigender Inflation beitragen. Obwohl bereits bei einigen Rohstoffen der Preisgipfel erreicht zu sein scheint und der Konjunkturboom in China seinen Zenit überschritten hat, hält der Aufwärtsdruck auf die Inflation zumindest noch einige Monate an. Wegen der zögerlichen Abarbeitung des Nachfragestaus dürfte sich der Konjunkturboom länger in das Jahr 2022 ausdehnen.

Aufgrund der deutlich aggressiven Fiskalpolitik in den USA, die durch die Erhöhung der Arbeitslosenhilfe unmittelbar auf die Löhne im Niedriglohnbereich wirkt, hat dort die Inflation (gemessen am Verbraucherpreisindex, Headline CPI) im April die 4%-Marke überschritten und könnte im Mai 5% erreichen. Auch wenn der...

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