BayernLB

22.03.2018

BayernLB verbessert Konzernergebnis um mehr als 24 Prozent auf 677 Mio. Euro

  • Zinsüberschuss legt rund 13 Prozent auf 1.659 Mio. Euro zu (Vj.: 1.475 Mio. Euro)
  • Cost-Income-Ratio mit 59,9 Prozent weiter im Zielkorridor;
    Verwaltungsaufwand trotz gestiegener Regulierungsaufwendungen und Investitionen in Digitalisierung leicht gesenkt (-1,8 Prozent auf 1.258 Mio. Euro)
  • Hohe Portfolioqualität führt zu niedriger Risikovorsorge von -94 Mio. Euro; NPL-Quote erreicht mit 1,5 Prozent einen neuen Bestwert
  • Sehr solide Kapitalbasis: CET 1-Quote (fully loaded) deutlich gesteigert auf 15,3 Prozent (Vj.: 13,2 Prozent)
  • Ausschüttung an Eigentümer in Höhe von 50 Mio. Euro vorgesehen
  • Zahlreiche neue strategische Initiativen auf den Weg gebracht, um die Erträge der Bank weiter zu steigern
  • Jahresausblick 2018: BayernLB erwartet wiederum Ergebnis im mittleren dreistelligen Millionenbereich

München - Die BayernLB hat im Geschäftsjahr 2017 ihr Konzernergebnis (nach Steuern) um 24,4 Prozent auf 677 Mio. Euro verbessert (Vj.: 545 Mio. Euro). Mit 652 Mio. Euro blieb das Vorsteuerergebnis, trotz des im Vorjahr enthaltenen Sonderertrags aus dem Verkauf von Beteiligungen (Visa Europe Ltd. und Deutsche Factoring Bank) in Höhe von 178 Mio. Euro, weitgehend stabil (Vj.: 708 Mio. Euro). Die operativen Erträge konnte der BayernLB-Konzern im Jahr 2017 deutlich steigern, wobei insbesondere der Zinsüberschuss um 12,5 Prozent auf 1.659 Mio. Euro (Vj.: 1.475 Mio. Euro) zulegte. Gleichzeitig trugen die Anstrengungen der Bank zur Begrenzung der Kosten Früchte. So konnte die BayernLB ihren Verwaltungsaufwand trotz weiterhin hoher Aufwendungen für Regulatorik und Investitionen in Digitalisierungsprojekte leicht um 1,8 Prozent auf 1.258 Mio. Euro (Vj.: 1.280 Mio. Euro) senken. Einen großen Fortschritt erzielte die BayernLB bei der Steigerung ihrer Kapitalquote. Die CET1-Quote (fully loaded) erhöhte sich auf 15,3 Prozent (Vj.: 13,2 Prozent).

„Wir haben auch im Jahr 2017 trotz des anhaltend herausfordernden Marktumfelds wieder ein sehr gutes Ergebnis erwirtschaftet. Darüber hinaus haben wir mit der Rückzahlung der letzten Milliarde an den Freistaat Bayern und der Beendigung des EU-Beihilfeverfahrens den Pflichtteil bei der Neuaufstellung der Bank mehr als zwei Jahre vor der Zeit endgültig abgeschlossen“, so der Vorstandsvorsitzende der BayernLB, Johannes-Jörg Riegler. „Jetzt kommt die Kür, dazu arbeiten wir – parallel zur stetigen Verbesserung unserer operativen Effizienz und der kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer digitalen Plattformen – am Feinschliff auf der Ertragsseite. Dazu haben wir ein Paket an strategischen Initiativen erarbeitet, um die BayernLB in den nächsten Jahren noch profitabler zu machen und unsere Position als eine der stärksten Regionalbanken in Europa weiter zu festigen.“

Riegler weiter: „Vom wirtschaftlichen Erfolg der BayernLB sollen auch unsere Anteilseigner, der Freistaat Bayern und die bayerischen Sparkassen profitieren. Wir planen dazu eine Ausschüttung in Höhe von 50 Mio. Euro vorzunehmen“.

Für die Risikovorsorge im Kreditgeschäft musste die BayernLB nur den niedrigen Wert von -94 Mio. Euro ausweisen (Vj. -87 Mio. Euro). Dies spiegelt die hohe Qualität des Kreditportfolios der BayernLB wider und ist zudem das Ergebnis erfolgreicher Restrukturierungen. Die BayernLB arbeitet kontinuierlich an der weiteren Verbesserung ihres Portfolios und konnte den Anteil an Non-Performing Loans (NPL) weiter verringern. Die NPL-Quote erreichte zum Jahresende 2017 mit 1,5 Prozent einen neuen Bestwert (Vj.: 1,6 Prozent).

Der Provisionsüberschuss betrug 263 Mio. Euro (Vj.: 296 Mio. Euro). Der Rückgang resultierte primär aus geringeren Erträgen aus dem Kreditkartengeschäft der DKB infolge niedrigerer Interbankenentgelte an die kartenausgebenden Institute. Niedrigere Provisionen im Kreditgeschäft konnten durch gestiegene Erträge im Effektengeschäft teilweise kompensiert werden.

Das Ergebnis aus der Fair-Value-Bewertung erhöhte sich auf 205 Mio. Euro (Vj.: 142 Mio. Euro). Das Ergebnis aus Finanzanlagen betrug 23 Mio. Euro (Vj.: 274 Mio. Euro). Das hohe Ergebnis des Vorjahres war maßgeblich durch Erträge aus Beteiligungsverkäufen geprägt.

Der Aufwand aus Bankenabgabe und Einlagensicherung stieg auf insgesamt 98 Mio. Euro (Vj.: 88 Mio. Euro). Die Bankenabgabe hatte daran einen Anteil von 52 Mio. Euro (Vj.: 51 Mio. Euro), der Beitrag zum Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe machte 46 Mio. Euro (Vj.: 37 Mio. Euro) aus.

Die Bilanzsumme der BayernLB hat sich leicht erhöht. Sie betrug zum Jahresultimo 214,5 Mrd. Euro (Vj.: 212,1 Mrd. Euro). Die risikogewichteten Aktiva (RWA) hat die BayernLB auch durch weitere Portfolioverbesserungen auf 61,4 Mrd. Euro verringert (Vj.: 65,2 Mrd. Euro).

Die Cost-Income-Ratio (CIR) der BayernLB lag mit 59,9 Prozent weiterhin im Zielkorridor (Vj.: 59,3 Prozent). Die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity – RoE) lag bei 7,4 Prozent (Vj.: 8,1 Prozent).

Die nachhaltig positive Geschäftsentwicklung der BayernLB in den letzten Jahren und die Erfolge des am Kunden orientierten Geschäftsmodells wurden 2017 auch durch ein erneutes Rating-Upgrade bestätigt. Die Agentur Moody's hat im April das langfristige Emittentenrating der BayernLB um eine Stufe von A2 auf A1 angehoben. Es war bereits das dritte Upgrade durch Moody’s seit dem Jahr 2014.

Rückzahlung der letzten ausstehenden Milliarde an den Freistaat Bayern und vorzeitige Beendigung des EU-Verfahrens

Die BayernLB hat Ende Juni 2017 die letzte noch ausstehende 1 Mrd. Euro an stiller Einlage an den Freistaat Bayern zurückgezahlt  und damit zweieinhalb Jahre vor der Zeit die EU-Beihilfeverpflichtung, insgesamt fünf Mrd. Euro Staatshilfen zurückzuführen, erfüllt. Rechnet man die Gebühren für die ehemalige Abschirmung von Risiken durch den Freistaat für ABS-Papiere hinzu (sog. „Umbrella“), hat die BayernLB unterm Strich seit 2012 fast 5,5 Mrd. Euro an den Freistaat Bayern geleistet. Möglich wurde die vorzeitige Rückzahlung durch die sehr positive geschäftliche Entwicklung der BayernLB in den letzten Jahren und die damit einhergehende solide Kapitalausstattung der Bank.

 

Neue strategische Initiativen zur weiteren Profitabilisierung der BayernLB

Ein geschäftspolitischer Schwerpunkt der BayernLB im Jahr 2018 und den Folgejahren ist die Umsetzung von verschiedenen strategischen Initiativen zur weiteren Steigerung der Ertragskraft der Bank. Dabei handelt es sich beispielsweise um Geschäft mit Kommunen außerhalb Bayerns und auch um eine maßvolle Ausweitung der internationalen Aktivitäten in ausgewählten Zielmärkten, ohne das konservative Risikoprofil der Bank zu verändern. Klar im Mittelpunkt des Auslandsgeschäfts der BayernLB steht auch künftig die Begleitung bayerischer und deutscher Firmenkunden bei deren Auslandsaktivitäten sowie die Betreuung der bayerischen Sparkassen im internationalen Geschäft für deren Kunden. Die BayernLB verspricht sich durch die Umsetzung der diversen Maßnahmen mittelfristig eine deutliche Steigerung der Ertragskraft.

Des Weiteren sieht die BayernLB Geschäftspotenziale im „Green Finance“ Bereich. Etwa bei der Finanzierung von Projekten zum Klimaschutz und der Emission von sog. grünen Schuldscheinen und Unternehmensanleihen. Die BayernLB verfügt hier über hohe und langjährige Expertise, wurde Anfang 2018 von der unabhängigen Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research für ihren Umgang mit sozialen und umweltbezogenen Herausforderungen ausgezeichnet und zählt damit im oekom-Ranking zu den Top 10-Banken weltweit.

Ergebnisse der operativen Kundensegmente

Corporates & Mittelstand

Die BayernLB hat im Segment Corporates & Mittelstand operative Erträge aus Zins- und Provisionsüberschuss in Höhe von 388 Mio. Euro erwirtschaftet (Vj.: 418 Mio. Euro). Im Bereich Mittelstand konnte das Kreditvolumen im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Der Rückgang des Segmentergebnisses vor Steuern auf -44 Mio. Euro ist vor allem auf die Bildung von Risikovorsorge zurückzuführen (Vj.: 203 Mio. Euro). In das laufende Jahr 2018 ist das operative Geschäft mit großen Firmenkunden und dem Mittelstand sehr erfreulich gestartet.

 

Immobilien & Sparkassen/Verbund

Im Segment Immobilien & Sparkassen/Verbund lag das Ergebnis vor Steuern bei 175 Mio. Euro (Vj.: 209 Mio. Euro). Der Bereich Immobilien trug mit einem Vorsteuerergebnis in Höhe von 137 Mio. Euro maßgeblich zum Segmentergebnis bei (Vj.: 127 Mio. Euro). Bei weiterhin hoher Kundennachfrage konnte das akquirierte Neugeschäftsvolumen in diesem Bereich erneut gesteigert werden. Wegen der guten Liquiditätsausstattung der BayernLB und dem daraus resultierenden geringen Refinanzierungsbedarf sowie aufgrund des niedrigen Zinsniveaus gingen die Erträge im Bereich Sparkassen/Verbund zurück. Hier lag das Ergebnis vor Steuern bei -15 Mio. Euro (Vj.: 0 Mio. Euro). Die BayernLabo, das Förderinstitut der BayernLB, hat wieder ein Ergebnis auf stabilem Niveau erzielt, nachdem der Vorjahreswert von positiven Bewertungseffekten begünstigt war. Das Vorsteuerergebnis der BayernLabo lag bei 45 Mio. Euro (Vj.: 77 Mio. Euro).

 

DKB

Im Segment DKB konnte die positive Geschäftsentwicklung auch im Jahr 2017 fortgesetzt werden. Der Zinsüberschuss stieg auf 935 Mio. Euro nochmals deutlich an (Vj.: 794 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Steuern lag bei 272 Mio. Euro (Vj.: 353 Mio. Euro). Das höhere Ergebnis des Vorjahres hatte maßgeblich vom Verkauf des Anteils an der Visa Europe Ltd. in Höhe von 132 Mio. Euro profitiert. Bereinigt um die Visa-Transaktion konnte das Ergebnis im Geschäftsjahr 2017 gesteigert werden. Die DKB hat die Zahl ihrer Privatkunden auf nun 3,7 Mio. nochmals deutlich erhöht (Vj.: 3,4 Mio.) und damit ihre Position als zweitgrößte Direktbank und einer der Marktführer im digitalen Banking in Deutschland weiter gefestigt.

 

Financial Markets

Die BayernLB hat das Ergebnis im Segment Financial Markets deutlich gesteigert. Vor Steuern lag das Ergebnis in diesem Segment bei 94 Mio. Euro (Vj.: 23 Mio. Euro). Es war maßgeblich vom deutlich gesteigerten Zinsüberschuss in Höhe von 142 Mio. Euro (Vj.: 40 Mio. Euro) sowie durch Bewertungseffekte bei derivativen Geschäften geprägt. Die für die Kundensegmente erwirtschafteten Erträge aus Financial Markets Produkten wurden weiterhin unter den jeweiligen Segmenten ausgewiesen. Trotz des schwierigen Marktumfelds wurden die Erträge aus dem Kundengeschäft stabil auf dem Niveau des Vorjahres gehalten.

 

Ausblick

Die BayernLB rechnet auch für das Jahr 2018 trotz des äußerst herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds mit der Fortsetzung ihrer positiven Geschäftsentwicklung der letzten Jahre. Geopolitische Risiken und die Entwicklung der Zinsen, der Wechselkurse sowie des Ölpreises stellen Unsicherheitsfaktoren dar. Gleichwohl erwartet der BayernLB-Konzern auf Basis seiner starken Kundenbeziehungen für das Jahr 2018 erneut ein positives Ergebnis vor Steuern im mittleren dreistelligen Millionenbereich.

Die vollständige Presseinformation inkl. Tabellen finden Sie in den Downloads.

Der komplette Konzern-Finanzbericht für das Geschäftsjahr 2017 steht ab dem 13. April 2018 in deutscher und englischer Sprache zum Download bereit.